

Einfach die Wanderschuhe anziehen und loslaufen? Ganz so einfach ist es mit dem Wandern dann doch nicht, auch wenn es wirklich einfach aussieht. Schließlich müssen Wanderer nur einen Fuß vor den anderen setzen. Trotzdem gibt es einige Dinge, die Bergfans und Naturliebhaber unbedingt beachten sollten und die leidenschaftliche Wanderer einfach wissen müssen. Das kann das Wetter in den Bergen, die Ausrüstung oder die Wahl der Route betreffen. IndenBergen stellt 10 Dinge vor, die jeder Wanderer wissen muss.
1. Das Wetter in den Bergen kann sich ganz schnell ändern
Auch wenn am Morgen der schönste Sonnenschein herrscht, heißt das nicht, dass Wanderer einfach in Shorts und T-Shirt losgehen können. Denn das Wetter in den Bergen kann sich innerhalb von Minuten ändern. Wenn ein Sturm aufzieht, ist der Himmel innerhalb kürzester Zeit bewölkt und es wird sehr kalt. Je nach Höhenlage kann es auch im Sommer anfangen zu schneien. Deswegen immer eine lange Hose, einen Pullover oder eine Regenjacke, also die passende Outdoor-Bekleidung mitnehmen. Auch bitte Sonnencreme nicht vergessen, denn in großen Höhen brennt die Sonne. Und einen Sonnenbrand oder einen Sonnenstich möchte nun wirklich niemand haben.

2. Nie mit neuen Wanderschuhen losgehen
Die Wanderschuhe haben im Geschäft gepasst, dann passen sie ja auch jetzt. Wanderer können die neuen, noch nicht eingelaufenen Schuhe doch ruhig auf einer mehrtägigen Wanderung anziehen, oder? Besser nicht, denn bei neuen Schuhen können sich schmerzhafte Blasen und Druckstellen bilden und damit möchte niemand wandern. Denn selbst eine Tour, die nur eine Stunde geht, kann sehr lang werden, wenn jeder Schritt unfassbar schmerzt. Ebenfalls wichtig: Immer Blasenpflaster und normale Pflaster dabeihaben.
3. Nichts mitnehmen, nichts dort lassen
Außer Fußabdrücken sollten Wanderer nichts in der Natur zurücklassen, also vor allem keine Abfälle und desgleichen, die das Gleichgewicht der Natur stören. Für mögliche Abfälle einfach eine kleine Plastiktüte mitnehmen und diese dann beim nächsten Mülleimer entsorgen. Ebenso wenig sollten Wanderer aber auch etwas mitnehmen. Bitte keine Blumen pflücken. Vor Jahren hat dies unter anderem dazu geführt, dass der Enzian in Österreich mittlerweile unter Naturschutz steht. Also stattdessen lieber Fotos machen und die Pflanze einfach weiterwachsen lassen.

4. Im Zweifelsfall die leichtere Route
Gerade in den Bergen kann Selbstüberschätzung fatal werden. Deswegen gilt für Wanderer: Im Zweifelsfall immer die leichtere und weniger anspruchsvolle Route nehmen. Es muss schließlich nicht immer die Gipfelbesteigung des Everests sein. Wer sich verletzt, hat am Ende gar nichts mehr vom Wanderurlaub. Alternativ können sich Wanderer, die trotzdem unbedingt diese eine schwierige Route machen wollen, einen lokalen Bergführer hinzunehmen, der die Strecke kennt und im Ernstfall helfen kann. Außerdem bitte immer jemanden informieren, wohin die Tour gehen soll, damit im Notfall der Suchtrupp losgeschickt werden kann.
5. Zehennägel kurz schneiden
Wanderer, die schon einmal erlebt haben, wie es ist, bergab gehen zu müssen, wenn der Zehennagel vorne an den Schuh stößt, möchten das nie wieder erleben. Deswegen unbedingt darauf achten, dass die Nägel kurz sind, anderenfalls droht ein blauer Nagel. In ganz schlimmen Fällen verlieren Wanderer auch den Zehennagel und das kann sehr schmerzhaft werden. Diese Erfahrung ist wirklich niemandem zu empfehlen. Am besten einfach einen Nagelknipser mit in den Rucksack packen und im Zweifelsfall nachkürzen.
6. Gesunde Snacks und vor allem ausreichend Wasser mitnehmen
Durch den anstrengenden Aufstieg auf den Berg verbrennt der Körper reichlich Kalorien und verliert ebenso viel Flüssigkeit durch das Schwitzen. Deswegen sollten Wanderer unbedingt ausreichend Wasser in den Wanderrucksack packen und auch an gesunde Snacks denken. Empfehlenswert sind dabei Bananen oder Müsliriegel. Wer möchte, kann auch isotonische Sportgetränke trinken. Wichtig ist auch ein ordentliches Frühstück am Morgen, um eine Grundlage zu schaffen für die anstrengende Wanderung des Tages. Anschließend sollte ein Alpengericht als Belohnung auf der Liste stehen!
7. Auf dem Berg wird geduzt
„Guten Tag, wie geht es Ihnen? Genießen Sie Ihre Wanderung?“ Solche Sätze werden Wanderer auf in den Bergen sicher nicht hören, denn ab einer Höhe von 1.000 Metern wird grundsätzlich geduzt. Egal, ob man die Person kennt oder nicht. Deswegen sollten Wander-Anfänger nicht überrascht sein, wenn das förmliche Sie ausfällt und gleich zum kameradschaftlichen Du übergegangen wird. Es nennen sich auch alle grundsätzlich beim Vornamen. Diese Angewohnheit, die jeder Wanderer kennen muss, ist allerdings sehr sympathisch und man gewöhnt sich schnell daran.
8. Auf den markierten Wegen bleiben
Es hat schon durchaus seine Gründe, warum in den Bergen bestimmte Routen markiert werden und dies gilt vornehmlich der Sicherheit der Wanderer und Bergsteiger. Deswegen sollten Wanderer darauf achten, sich nicht einfach wahllos im offenen Gelände zu bewegen, da dort ein falscher Tritt schwerwiegende Folgen haben kann. Zum Beispiel können Wanderer abrutschen oder andere Wanderer können von losgetretenen Steinen getroffen werden. Aus diesem Grund gibt es in den Bergen zahlreiche Steinmännchen, um die Wanderwege zu markieren.

9. Vorsicht mit Jungtieren
Wanderer begegnen in den Bergen zahlreichen Tiere und die meisten lassen sich von den vorbeigehenden Menschen eh nicht groß stören. Etwas heikler wird es dann schon, wenn Jungtiere auf der Weide sind und der Beschützerinstinkt der Muttertiere aktiviert wird. Wanderer sollten deshalb nicht zu nahe an beispielsweise Kälber herangehen, sondern besser Abstand halten und auf keinen Fall versuchen, die Tiere zu streicheln. Sollte ein Tier mal aufdringlich werden, reicht oft schon ein langer Stock, um sich Respekt zu verschaffen.

10. Bei Gewitter Schutz suchen
Schnell kann sich das Wetter in den Bergen ändern, da zieht dann auch gerne mal völlig unerwartet ein Gewitter auf. Da ist dann guter Rat teuer und Wanderer stellen sich die Frage, wo sie Schutz suchen sollen. Auf keinen Fall sollten sich Wanderer auf dem Gipfel aufhalten oder sich unter Bäume stellen. Auch von der Nähe zu Flüssen, Bächen und weiten, freien Flächen wird abgeraten, da Wanderer dort den höchsten Punkt darstellen können, wo der Blitz einschlagen kann. Stattdessen sollten sich Wanderer ins Tal begeben oder sich in Senken kauern.
Grundregeln beim Wandern
Grundsätzlich gilt, dass jeder Wanderer realistisch einschätzen sollte, was das eigene Können und die eigenen Fähigkeiten sind. Es bringt niemandem etwas, wenn sich ein Wanderer selbst überschätzt, sich verletzt oder im schlimmsten Fall, bei einer Outdoor-Aktivität sogar abstürzt. Am Anfang des Urlaubs sollten außerdem erst einmal leichtere Touren gemacht werden, um sich zu akklimatisieren und um sich an die Höhenluft zu gewöhnen. Es ist eher davon abzuraten, bereits am ersten Morgen nach der Ankunft den nächsten Gipfel zu erstürmen. Und grundsätzlich gilt in den Bergen sowieso: Vorsicht ist besser als Nachsicht.